Was ist eine Wasserhose?

Wirbel über dem Wasser

Eine Wasserhose ist ein rotierender Luftwirbel über dem Wasser. Sichtbar werden können ein Trichter unter der Wolke und aufgewirbeltes Wasser an der Oberfläche. Auch bei vergleichsweise ruhigem Wetter können solche Wirbel entstehen.

Zwei unterschiedliche Entstehungswege

Ein Teil der Wasserhosen steht mit kräftigen Gewittern in Verbindung. Diese Wirbel können über dem Wasser entstehen oder vom Land hinausziehen. Sie können ebenso gefährlich sein wie Tornados an Land.

Andere Wasserhosen bilden sich unter wachsenden Quellwolken bei schwachem Wind, ohne dass ein Gewitter vorhanden sein muss. Sie werden häufig als Schönwetter-Wasserhosen bezeichnet. Der Name beschreibt die Wetterumgebung und bedeutet nicht, dass eine Annäherung ungefährlich wäre.

Wann treten Wasserhosen an Nord- und Ostsee auf?

Am häufigsten im Spätsommer und Frühherbst, etwa von August bis Oktober. Das Wasser ist dann noch warm, während nach einem Wetterwechsel kühlere Luft über die See strömt. Die Luft wird von unten erwärmt, steigt auf und bildet Quellwolken, unter denen sich Wirbel entwickeln können. Besonders günstig sind schwacher Wind und Wolkenreihen, die sich über dem Wasser aufbauen. Oft zeigen sich dann mehrere Wasserhosen kurz nacheinander.

Wie gefährlich sind Wasserhosen für Segler?

Das hängt von der Art ab. Wasserhosen aus Gewittern können so stark sein wie Tornados an Land. Schönwetter-Wasserhosen sind meist schwächer und halten oft nur wenige Minuten. Doch auch sie bringen Böen mit sich, die ein kleines Boot kentern lassen oder Segel zerreißen können. In ihrer Nähe dreht und frischt der Wind außerdem schnell auf, oft aus einer ganz anderen Richtung als zuvor.

Wie Gewitter auf dem Wasser verlaufen und worauf es dann an Bord ankommt, schildern 40 Segler und Skipper im E-Book „Gewitter Segeln“, darunter unser Meteorologe Sebastian Wache.

Was tun, wenn eine Wasserhose näher kommt?

Abstand gewinnen, solange noch Zeit ist:

  • Beobachten Sie, in welche Richtung der Wirbel zieht, und fahren Sie quer zu seiner Zugbahn davon.
  • Reffen Sie früh oder bergen Sie die Segel und fahren Sie unter Motor weiter.
  • Schließen Sie die Luken, sichern Sie lose Gegenstände und legen Sie Rettungswesten an. Wer an Deck bleibt, leint sich an.
  • Fahren Sie nicht näher heran, auch nicht für ein Foto. Wie stark ein Wirbel ist, lässt sich aus der Entfernung nicht einschätzen.
  • Wasserhosen kommen selten allein. Behalten Sie die Wolken auch dann im Blick, wenn die erste schon vorbeigezogen ist.

Was unterscheidet eine Wasserhose von einem Tornado?

Beides sind rotierende Luftsäulen zwischen Wolke und Oberfläche. Eine Wasserhose, die aus einem Gewitter entsteht, ist im Grunde ein Tornado über dem Wasser. Zieht sie an Land, heißt sie auch so. Schönwetter-Wasserhosen entstehen anders: Sie wachsen von der Wasseroberfläche nach oben und brauchen keine Gewitterwolke. Erreichen sie Land, lösen sie sich meist rasch auf.

Kann man Wasserhosen vorhersagen?

Ort und Zeitpunkt nicht. Die Wetterlage, in der Wasserhosen wahrscheinlich sind, lässt sich dagegen gut erkennen: kühle Luft über warmem Wasser, schwacher Wind und rasch wachsende Quellwolken. Wetterdienste weisen in ihren Lageberichten auf solche Lagen hin.

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Quelle: National Weather Service: Wasserhosen und Verhalten auf dem Wasser.

Überarbeitet am 28. September 2026.

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